Alltag im Rollstuhl

11. Januar 2017

Um 17.50 habe ich bei der Turnhalle Gutenberg in Töss parkiert, wo schon 2 Schüler von Töss auf mich warteten, um mir beim Ausladen der Rollstühle und Balltasche zu helfen. Marika, Herr Marti und die Schüler/innen von Eglisau kamen pünktlich um 17:55 an.

Marikas zweiten Rollstuhl ausladen, Jacken ausziehen, Schuhe wechseln, Matten hinlegen, Slalom errichten, Bälle auspacken und bereit legen und Gruppen einteilen.

Um 18:00 konnte es nun losgehen resp. fahren! Wir erklärten den Teenagern die 3. Posten.

Posten 1: Möglichst bei  fliessender Fahrt den Slalom fahren, bei der Fahrt zur Gruppe zurück den Ball fahrend neben dem Rollstuhl prellen und diesen zum Abschluss in den Korb hock werfen.

Posten 2: Hier müssen 2 resp. 3 aufeinander gelegte Matten die einen Gehsteig darstellten, überwunden werden.

Posten 3: Wie kommt man/frau die Treppe mit dem Rollstuhl hoch resp. nieder?

Posten 1 leitete Herr Marti. Bei ihm sahen die Schüler/innen kein Problem die Aufgabe zu erledigen. Alle setzten sich in den Rollstuhl. Da die erste Gruppe ihre Aufgabe sehr schnell erledigt hatte, durften sie diese nochmals mit Zeitmessen machen. Was viele antrieb zu „Spitzensportlern“, jeder wollte gern den Sieger der Gruppe sein.

Posten 2 leitete Marika. Das Treppen überwinden ist ein nicht sehr angenehmer Posten, da man extrem Vertrauen in seine Helfer haben muss! Und dies fiel einigen auch schwer. Die mutigen haben es vorgezeigt und so getraute sich der Rest dann auch. Ganz mutige haben die Treppe rückwärts zurückgelegt!!!

Posten 3 habe ich (Heike) geleitet. Die Matten stellten ein Gehsteig dar. Meine erste Gruppe brauchte noch etwas Anleitung wie man sich fort bewegt mit dem Rollstuhl, darum lies s ich sie zuerst um die Matten fahren. Dann hab ich sie aufgefordert zu versuchen die kleinen Vorderräder etwas vom Boden hoch zu heben, was mit genauer Anweisung von mir den meisten gelang. Dies genau vor der Matte fahrend zum richtigen Zeitpunkt abzurufen war nicht so einfach. Damit kein Teenager beim Hinfallen seinen Kopf anschlagen konnte, stand ich immer hinter dem Fahrenden. Wirklich ganz ohne meine Unterstützung hatte es kein Teenager alleine gekonnt die die Matten zu überwinden. Zwei Er und eine Sie erledigten dies jedoch mit ganz wenig Hilfe, Bravo!!!

Nach dem absolvierten der Posten wurden die Teenager in 2. Gruppen aufgeteilt umso noch ein sportliches Wettfahren/rennen zu bestreiten. Die Aufgabe war nach vorne zum Korb zu fahren, einen Ball im Korb zu versenken (Drei Versuche), zurückfahren, ankommen mit Handschlag Partnerwechsel.

Danach wurde das benötigte Turnhallenmaterial in den Geräteraum zurückgelegt. Nach dieser sportlichen Stunde durften sich nun alle zu einem Kreis geformt auf den Boden setzen und ihre Arme entspannen. Ich begann mit der Frage: Was kostet mein Rollstuhl? Bis auf einen Jungen (Fr. 10‘000) war mein Rollstuhl sehr günstig! Marika stellte die Frage: Wie viel Zeit benötige sie um zu Duschen?  Auch da waren die Antworten weit weg von der benötigten Zeit. Herr Mari forderte seine Schüler nun auf, selber Fragen zu  stellen. Warum sitzen wir im Rollstuhl? , war die nächste Frage. Marika hatte ihren Werdegang dazu erzählt, was die Teenager extrem nachdenklich stimmte, konnte frau an ihre Gesichtsausdruck ablesen. Bei meinem „Werdegang“ konnten sie nicht glauben warum die Ärzte nicht schneller sein konnten! Weitere Fragen waren: Wie fährt ihr Auto? Was kostet ein Autoumbau? Wie kauft ihr ein? Was arbeitet ihr? Habt ihr Kinder? Was für Sport macht ihr?

Bevor Herr Marti mit den Teenagern den Zug nach Eglisau (19:39) nahm, luden sie die Rollstühle in unsere Autos ein und schauten die Umbauten noch an. Alle Teenager gaben uns beim Verabschieden ihre Hand  und bedanken sich für diesen gelungen Abend.

Es war wieder einmal ein wirklich toller „Arbeitseinsatz“ gewesen, die Teenager waren spontan, motiviert, konzentriert und hilfsbereit.