Kleinkaliber-Schiessen in Winterthur

am Sonntag, 15. Oktober 2017

Der 2016 erstmals durchgeführte Schiessanlass in Neunkirch ist gut aufgenommen worden. Darum hat die Sportchefin, Daniela Moor, wieder zu einem solchen Anlass eingeladen. In etwa die gleichen schiessfreudigen Tellensöhne und –töchter, trafen sich diesesmal im Kleinkaliber-Schützenhaus der Stadt Winterthur. Leider ohne die Sportchefin, die einen Aufenthalt  in Nottwil buchen musste. Daniela, es war wieder ein gelungener Anlass! Alle Teilnehmenden wünschen dir das Beste und hoffen, dass Du schon bald wieder zurück nach Hause kannst.

Die Waffenkunde

Ein Kränzchen winden wollte ich der Ersatz-Mannschaftsleiterin, Brigitte Ochsner, für die Restorganisation. Im und um den Schützenweiher hätte es dafür genügend Grünzeug gegeben. Weil die Ufer aber etwas zu steil sind für Rollis und ich Wasserscheu bin, musste es beim Gedankenspiel bleiben. Die Leiter im Schützenhaus waren dann aber die weiteren Ochsner-Familienmitglieder. Marcel und Roman, die uns Schützenlaien mit dem A-B-C der Waffenhandhabung und des Waffenaufbaues (Schafft, Lauf, Verschluss, Zieleinrichtungen – Kimme und Korn – usw.) vertraut gemacht haben. Das war auch notwendig, denn dieses Mal wurden nicht kleine Bleikügelchen mit Luftdruck 10 Meter weit geschossen. Nein, es hat richtig geknallt und die 6 mm Bleigeschosse sind knapp unter Schallgeschwindigkeit 50 Meter weit gegen die schon etwas kleinen Scheiben gerast, wo ihr Eintreffen mittels moderner Laiser-Vermessung registriert und auf dem Bildschirm angezeigt wurde.

Das Ziel dieser Schiesserei ist es ja, die besagten Bleikugeln in die Scheibenmitte mit Maximal 10.9 Punkten zu lenken. Das ist aber – trotz den von Marcel bildlich und anschaulich aufgezeigten Zielvorgaben mit diesen Ringeinrichtungen – den Wenigsten gelungen. Der eine oder andere Bleibollen musste ins Gras beissen oder an einem Eisenteil jämmerlich krepieren!! Lag es am falschen Schnaufen, an der falschen „Ringverteilung“, wurde das Gewehr beim abdrücken „verrissen“ oder war das Nervenflattern schuld?? Sicher lag es nicht am Gewehr oder den vom Schwarzpulver auf die Reise geschickten Bleikugeln; es sei denn, sie wurden beim Laden beschädigt und haben bis zur Scheibe einen kleinen „Drall-Eiertanz“ gemacht.

Der erste Schuss

Ausgestattet mit viel Fach- und anderem Wissen ging es an die Gewehre. Liegend oder aus dem Rolli, aber immer mit Gewehrauflage, galt es in Trockenübungen  zuerst den Druckpunkt des Abzuges zu suchen. Dieser Wiederstand ist mit knapp 100 Gramm schnell überschritten und schon wäre der Schuss weg. Nun konnte erstmals eine Kugel in den Lauf geschoben und mit der Verschluss-Verriegelung startklar gemacht werden. Von dann an flogen einem die Kugeln nicht gerade um die Ohren, aber auch nicht immer dort hin wo sie sollten, und der Schwarzpulverdampf machte sich bemerkbar. Schon bald war ein erster, lauter Schrei zu hören. Wird doch wohl nichts passiert sein? Nein, Brigitte hat sich nur über die geschossenen und auf dem Bildschirm angezeigten 10 Punkte gefreut.  Während der Probe-  und Übungs-Programmschüssen waren diverse Ausdrücke zu hören, die besser nicht Namentlich erwähnt werden.

Der Wettkampf

Zum Schluss stand der mit Spannung erwartete Wettkampf auf dem Programm, der auch für die jeweiligen Nerven und Lungenfunktionen noch eine zusätzliche Herausforderung war.  10 Schuss auf die Zehnerscheibe mit Zehntelwertung ergab dann folgende Rangliste:

  1. Thomas 94.8 Punkte
  2. Matthias    90.6
  3.  Roger        88.3
  4.  Arthur       88.0
  5.  Marika       81.4
  6.  Monika     80.3
  7. Fredy          79.8
  8. Beat            74.8
  9. Heidi          73.8
  10. Brigitte       72.5

Brigitte, was haben die Nerven mit dir gemacht?? Wo ist der 10-ner-Jubelschrei geblieben?

Nach zwei Stunden konnte ein sehr guter Anlass mit nur kleinen Schäden – die erwähnten in der Botanik  und der von Fredy mit dem letzten Schuss gekillten Scheibenabdeckung – abgeschlossen werden. Ein Anlass, der in der schönen und absolut Rolligängigen Schiessanlage nach einer Wiederholung schreit. Ein grosses und herzliches Dankeschön geht an Brigitte und vor allem an die Instruktoren Marcel und Roman ohne die die Bleigeschosse wohl mehrheitlich irgendwo, nur nicht auf den Scheiben eingeschlagen hätten.

Zur Stärkung und zum Gedankenaustausch waren die Gartentische vom Rest. Schützenhaus, bei schönstem Wetter, der ideale Erholungsort.

Arthur Waldvogel