Themenabend – Der Alltag im Rollstuhl

Am 11. Dezember 2017 um 18 Uhr begann dieser Themenabend in der Turnhalle vom Schulhaus Gutenberg in Töss. Marika und ich erklärten den Teenagern bei 4 Posten die Tricks  und Kniffe, die für das Leben und die Fortbewegung im Rollstuhl wichtig sind.

  • Posten 1: Bei möglichst  fliessender Fahrt Slalom fahren.
  • Posten 2: Hier mussten 1 resp. 2 aufeinandergelegte Matten, die einen Gehsteig darstellten, überwunden werden.
  • Posten 3: Wie öffnet man eine Türe, fährt in den Raum und schliesst diese wieder hinter sich.
  • Posten 4: Treppenstufen überwinden.

Nach der eher anstrengenden Postenarbeit wurde zum Abschluss noch ein sportlicher Wettkampf ausgetragen. Die Teenager wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, um eine sportliche Stafette zu bestreiten. Die Aufgabe war nach vorne zum Korb fahren, einen Ball in den Korb werfen, welcher sich auf normaler Höhe befand (3 Versuche), zurückfahren, ankommen mit Handschlag, danach Partnerwechsel.

Nach dieser sportlichen Stunde durften sich nun alle zu einem Kreis geformt auf den Boden setzen und ihre Arme entspannen. Nun begann die Kopfarbeit, die Fragestunde. Ich begann mit der Frage: Was kostet mein Rollstuhl? Marika stellte die zweite Frage: Wie viel Zeit benötige ich, um zu Duschen? Herr Marti, der Klassenlehrer,  forderte nun seine Schüler auf, selber Fragen zu  stellen. “Warum sitzt ihr wir im Rollstuhl?” war die nächste Frage. Marika erzählte ihren Werdegang, was die Teenager extrem nachdenklich stimmte. Bei mir konnten sie nicht glauben, warum die Ärzte sich nicht mehr beeilen konnten! Weitere Fragen waren: “Wie fährt ihr Auto? Was kostet ein Autoumbau? Wie kauft ihr ein? Was arbeitet ihr? Habt ihr Kinder? Was für Sport macht ihr?”

Bevor Herr Marti mit den Teenagern den Zug nahm, luden sie die Rollstühle in unsere Autos ein. Beim Verabschieden bedankten sich die Teenager per Handschlag für diesen tollen, informativen Abend.

Es war wieder ein wirklich toller „Arbeitseinsatz“ gewesen, die Teenager waren gut gelaunt, spontan, motiviert, konzentriert und hilfsbereit.- Einfach toll!!

Heike Bausch und Marika Lados

 

Nachfolgend einige Gedanken von den Schülern zu den gestellten Fragen von Herr Marti:

Welche Gedanken hast du zum Thema „Alltag im Rollstuhl?“

– Schwierig um sich fortzubewegen.

– Ich denke, dass sie nicht so viele Möglichkeiten haben, um Dinge zu unternehmen, da ihr Rollstuhl sie daran hindert. Ich weiss aber, und es wurde mir beigebracht, dass sie sehr nette und herzliche Leute sind, die nichts dafür können, dass sie im Rollstuhl sitzen. Es kann jedem passieren, behindert zu werden.

– Schwerer Alltag der beeinträchtigten Menschen. Gewöhnungsbedürftig (man muss sich gewöhnen im Rollstuhl zu sein). Man muss Fitness machen, dass sich die Muskeln nicht zurückbilden und dehnen.

– Es ist schwierig und nicht so lustig, weil man fast nichts machen kann, wie z. B. rennen, Fussball spielen usw.

– Sie haben ein schwieriges Leben, da sie vieles nicht alleine machen können. Sie werden leider ausgelacht, weil sie so „komisch“ aussehen, dafür können sie jedoch nichts. Wir sollen ihnen helfen und mal schauen wie es ihnen im Alltag geht.

Welche Eindrücke hattest du? Was hat dir gefallen und was nicht?

– Ich fand es sehr eindrücklich, es war auch cool, aber den ganzen Tag im Rollstuhl sitzen kann ich mir nicht vorstellen. Ich finde sie haben uns das mit den Hindernissen und der Treppe gut erklärt.

– Ich fand es toll, was für nette Menschen es sind. Sie setzen sich für Menschenrechte ein. Es macht Spass, mit ihnen etwas zu unternehmen, da sie voll motivierte Menschen sind.

– Mir hat alles gefallen, bis auf das mit dem Trottoir hochfahren. Ich fand es beeindruckend, wie sie viele Sachen nur mit den Händen und Armen schaffen.

– Es hat mir gefallen, dass wir sitzen konnten, aber es ist schwierig und braucht Kraft.

– Wir haben einen schönen und guten Eindruck erhalten. Am Besten war die Gehweg-Übung und das mit der Treppe.

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