Happy Birthday
Rollstuhlclub Winterthur / Schaffhausen

Auf leisen Sohlen, fast unbemerkt ist er am 22. Februar 2016 gekommen. Wer ist er?

Es ist der 25. Geburtstag unseres Rolliclubs, der eben an diesem 22. Februar 1991 im Hotel Töss in Winterthur – sinnigerweise als 22. Sektion der Schweizer-Paraplegiker-Vereinigung (SPV) – gegründet wurde. Wäre er ein Ehepaar könnte Silberhochzeit gefeiert werden. Das lassen wir aber, weil ja ein Partner fehlt und wir erst vor 5 Jahren in einer grossen, unvergesslichen Feier am 9. Juli 2011 im Gutsbetrieb Engel in Uesslingen den 20. Geburtstag gefeiert haben. Ich hoffe, dass das mit viel Aufwand, mit Text- und Bildbeiträgen gut gemachte Jubiläumsheft, das die Clubgeschichte bis dahin gut dokumentiert, noch in der einen oder anderen Schublade liegt und sei es nur, um sich an die auf den alten Fotos dokumentierte, eigene Figur zu erinnern.

Ich wünsche mir für den Club kein Geburtstagsgeschenk. Ich möchte eher – natürlich nur symbolisch – an dieser Stelle allen unseren Mitgliedern eine Silbermedaille überreichen. Viele von ihnen unterstützen uns seit der Geburt regelmässig, sind also treue Mitglieder, die diese Medaille mehr als verdient haben. Viele haben in den letzten 25 Jahren unsere Familie wachsen lassen und sie wird auch heute noch durch “Neugeburten” erfreulicherweise erneuert und verjüngt. Müsste unser Herr Präsident allen diese Silbermedaille über den Kopf um den Hals hängen, hätte er beim heutigen Stand mit 95 Aktiv-, 230 Passiv- und 15 Gönnermitglieder ganz schön zu tun. Für seine Arme wäre das aber wohl ein gutes Training. Damit er als Spitzen-Curlingspieler die schweren Steine auch möglichst präzise ins Haus-Zentrum bringt und sie unterwegs dahin nicht anfrieren, sind starke Arme ja von Vorteil. Aber Marcel, die Silbermedaille-Verteilung ist ja nur symbolische Arbeit. Du lässt dir zwischenzeitlich die sportlich erkämpften Medaillen lieber um den eigenen Hals hängen; möglichst noch zusätzlich mit einem Ehrendamen-Küsschen veredelt.

Damit ist schon erwähnt, dass das sportliche Clubangebot, insbesondere das wöchentliche Schwimmen mit dem bewährten Leiter-/Helferinnen-Team Barbara Rogers, Therese Burren und Brigitte Ochsner, ein Standbein des Clubs ist. Auch Badminton kann wöchentlich gespielt werden. Dazu kommen noch Tages- oder Halbtagessportanlässe. Das andere Standbein sind die kulturellen Anlässe zur Kontaktpflege, zum Gedankenaustausch oder einfach zum gemütlichen Beisammensein. Beat und seine Privatsekretärin Heidi haben da immer wieder etwas Neues auf Lager; zum Leidwesen des Kassiers aber ab und zu die Vereinskasse strapazierende Ideen. Dank den erwähnten treuen, langjährigen Mitgliedern und mit den SPV-Leistungen, können wir für unsere Mitglieder aber attraktive Angebote machen.

Also, auch nach 25 Jahren haben wir noch keinen Rost angesetzt sondern ein aktives Clubleben. Das auch dank einem Vorstand in dem alle Ämter besetzt sind. Insbesondere die Besetzung des Präsidentenstuhls hat aber 2013, nach dem Rücktritt von Elke Meister, die den Club 16 Jahre umsichtig, mit Engagement und erfolgreich geführt hat, etwas Bauchweh verursacht. Dank dem damaligen Sportchef – Marcel Bodenmann – musste dieses Bauchwehr aber nicht mit Tabletten bekämpft werden, denn er hat sich für die Wahl zum Clubpräsidenten zur Verfügung gestellt. In den 25 Jahren gab es aber nicht nur erfreuliche Momente. Naturgemäss mussten wir uns von einigen Mitgliedern für immer verabschieden. Dabei war der überraschende und unbegreifliche Abschied von unserer langjährigen Präsidentin Elke Meister im Sommer 2014 derjenige, der uns wohl am meisten bewegt hat.

Schnell sind sie vergangen, die 25 Clubjahre. Als Gründungsmitglied kann ich mich noch gut an die Club-Gründungsversuche einer gewissen Petra Zahn erinnern. Sie war damals als lernende Physiotherapeutin im Kantonsspital Schaffhausen tätig und hat schon 1988 versucht, in Schaffhausen einen Rollstuhlclub zu gründen. Sie hat an alle bekannten Rollstuhlfahrer/Innen einen entsprechenden Fragebogen verschickt. Bald hat sich aber gezeigt, dass Schaffhausen für ein solches Projekt “zu klein” ist bzw. es zu wenig Interessenten gab. So wurde das Projekt auf den Raum Winterthur-Schaffhausen ausgedehnt. Nach und nach kamen immer mehr Personen zur Projektgruppe, die dann unter der Leitung von Heinz Jakob die Gründungsversammlung vorbereitet hat. Er wurde dann auch zum 1. Club-Präsidenten gewählt und hat diesen 6 Jahre geführt. Zusammen mit dem damaligen Vorstand hat er viel Aufbauarbeit geleistet. Arbeiten die viel zum jetzigen finanziell gesunden Club mit den vielen langjährigen Mitgliedern beigetragen haben.

Mein Wunsch an den Jubilar:

Möge er auch in den nächsten 25 Jahren ein erfolgreiches Leben führen mit Mitgliedern die weiterhin – und vermehrt – aktiv die Angebote nutzen und sich auch im Vorstand engagieren, wenn das notwendig wird. Nur wenn alle Chargen besetzt sind und die Arbeiten auf viele Schultern verteilt werden können, sind sie tragbar und können mit Freude und Engagement erledigt werden.

In diesem Sinn ein Hoch auf das Geburtstagskind. Du kannst stolz sein auf das was Du im ersten Vierteljahrhundert erreicht hast.

Opfertshofen, 28. Februar 2016                                      Arthur Waldvogel